Wissenschaft begreifbar machen
Veroeffentlicht February 24, 2010 | by Michael Wuensch
Kategorie STE-PS Lernort Schule, STE-PS Presseberichte | 1 Comment
Wissenschaft begreifbar machen
04.08.2009 Nürtinger Zeitung
Das europaweite „STE-PS“-Projekt soll die Lehrerausbildung und den Unterricht verbessern
In den vergangenen Wochen wurden der Weiherbach und die Aich zum Klassenzimmer für die zweite und die fünfte Klasse der Grund- und Hauptschule Aichtal-Grötzingen. Die Schüler erforschten zusammen mit Referendaren des Projekts „STE-PS“ (Science Teacher Education – Principles and Standards) am Lehrerseminar Nürtingen die Gewässer rund um die Schule.

Lehreranwärter STE-PS Kurs 2009
NÜRTINGEN (pm). Aufmerksame Beobachter konnten in den vergangenen Wochen Zweit- und Fünftklässlern beim Forschen über die Schulter schauen. Ausgerüstet mit Keschern, Lupen, Netzen und anderen Forschungsutensilien machten sich die Schüler auf ihre wöchentlichen Exkursionen.
Die Erforschung der Gewässer wurde für die Grundschüler zum Abenteuer und für die Hauptschüler zur wissenschaftlichen Arbeit, um nachhaltiges Umweltbewusstsein zu entwickeln. Die Schüler fanden zum Beispiel Bachflohkrebse, die auf die Wasserqualität schließen lassen. Darüber hinaus veröffentlichten sie ihre Ergebnisse: Die Schüler der Grundschule erstellten eine Internetseite, die Hauptschüler gaben ein Forscherbuch heraus.
Zum Abschluss gab es eine Präsentation der Ergebnisse am Lehrerseminar. Michael Wünsch, Projektleiter von STE-PS, stellte gemeinsam mit Gabriele Schick und Frank Henzler das Konzept des europaweiten Projekts der Lehrerbildung vor. Man orientiere sich an Vorgaben des Pisa-Konsortiums, das naturwissenschaftliche Grundbildung „als Fähigkeit, Wissen anzuwenden, Fragen zu erkennen und aus Belegen Schlussfolgerungen zu ziehen, um Entscheidungen zu treffen“ versteht.
In einer Präsentation mit Beispielen aus dem Unterricht stellten die am Projekt teilnehmenden Lehreranwärter anschließend ihre Arbeit mit den Schülern vor. Orientiert an Schülerfragen wie „Was lebt am Weiherbach und an der Aich? Welche Tiere leben dort? Welche Pflanzen wachsen dort? Wie gut ist eigentlich das Wasser?“ entwickelte sich das Projekt ganz im Sinne des themenorientierten Arbeitens. Im Mittelpunkt der Arbeit stand dabei das Erlernen naturwissenschaftlicher Methoden wie Messen und Beobachten, Vergleichen und Ordnen, Erkunden und Experimentieren.
Die Referendare Jennifer Dast und Torsten Wilcke verdeutlichten, dass naturwissenschaftlicher Unterricht fächerübergreifendes Lernen und Arbeiten erfordert. So sollen die verschiedenen Blickwinkel und Arbeitsweisen unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen bei der Bearbeitung eines einzelnen Gegenstands deutlich werden. Die Alltagswirklichkeit der Schüler führe zu einer fachlichen Auseinandersetzung mit relevanten Themen, berichteten die Nachwuchslehrer. Ihr Welt- und Handlungswissen werde durch die Beleuchtung vieler Aspekte des Themas erweitert.
Das Projekt sei ein Modell, wie Lernprozesse in der Lehrerbildung initiiert werden können, sagte Seminardirektor Siegfried Henzler. STE-PS qualifiziere und professionalisiere die Lehreranwärter für eine erfolgreiche Tätigkeit in ihrem naturwissenschaftlichen Unterricht.
Tags: Gewässer, LoS, STE-PS Lernort Schule, Umwelt
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