STE-PS – Start-Up Veranstaltung 2007 – Pressebericht
Veroeffentlicht December 25, 2009 | by Michael Wuensch
Kategorie STE-PS Infos, STE-PS Presseberichte | Kommentieren
Forschen lernen – Forscher werden
Nürtingen (als) Naturwissenschaftlich-technischer Unterricht an Schulen soll Kinder darin bestärken, sich neugierig und forschend mit ihrer Umwelt auseinander zu setzen. Darüber waren sich die geladenen Gäste einig, die am vergangenen Dienstag zur Eröffnungsveranstaltung des Projekts STE-PS am Seminar für Didaktik und Lehrerbildung in Nürtingen anreisten.
STE-PS steht für “Science Teacher Education – Principles and Standards” und verfolgt das Ziel, Lehreranwärterinnen und Lehreranwärter im Rahmen ihres Vorbereitungsdienstes am Lehrerseminar zu befähigen, die Lernumgebung und die Lernprozesse in den Klassen 1-6 so zu gestalten, dass naturwissenschaftlich-technische Bildung grundlegend und nachhaltig entwickelt und gefördert werden kann.
Das Projekt hat nach Aussagen des Projektleiters Michael Wünsch wesentliche Qualitätsbereiche als Fundament. Neben einer qualifizierten Ausbildung der Lehreranwärterinnen, wird auch den Ausbildungslehrerinnen und -lehrern der am Projekt beteiligten Schulen die Möglichkeit geboten, sich fachlich und didaktisch weiter zu qualifizieren. Zusätzlich erhalten die beteiligten Projektschulen Unterstützung des Seminars, wenn es um Fragen geht, wie eine optimale Lernumgebung aussieht, die naturwissenschaftliche Denkprozesse anstößt und weiterentwickelt.
Da diese und ähnliche Überlegungen nicht nur in Nürtingen zu finden sind, wird auch die Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen im europäischen Ausland angestrebt. Projektleiter Wünsch stellte hierzu eine Konzeption für eine europäische Kooperation mit dem Schulbiologiezentrum Graz und der Universität Innsbruck (Österreich), dem National Education Directorate Mersin (Türkei) und der European Language School Chieti (Italien) vor.
Dass ein solcher Austausch auf europäischer Ebene auch von Seiten des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport begrüßt wird, betonte Marion Neugebauer, die als Vertreterin des Ministeriums Auskunft über die vielfältig angebotenen europäischen Projektmöglichkeiten (Lifelong Learning Programme 2007-2013) für Institutionen, Schulen und Lehrerinnen und Lehrer gab.
Welche Erwartungen und Wünsche an das Projekt gestellt werden und welche Erfahrungen in das Projekt mit eingebracht werden können, zeigte sich in der Podiumsrunde mit Schulleiterinnen, Mentorinnen und Mentoren, Lehreranwärterinnen, Vertreterinnen der genannten österreichischen Bildungseinrichtungen und einem Vertreter der Industrie: Sprach Hannelore Blümel, Rektorin der Grund- und Hauptschule Grötzingen den Mangel an Lehrkräften mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt an, stellte Irmgard Traube, Konrektorin der GHS Großbettlingen, den eingeschlagenen Weg der Schule vor, wie sie die Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit Natur und Kultur in der Grundschule anregen. Vom Projekt erwarten beide Rednerinnen weitere Anregungen bezüglich der Unterrichtsgestaltung und Medienausstattung. Ausbilderin Weiß von der Grund- und Hauptschule Heiningen und Ausbilder Steck von der Wielandschule Sielmingen betonten die Bedeutung eines konstruktiven Austausches unter den Lehreranwärterinnen, aber auch den Austausch im Kollegium der eigenen Ausbildungsschule. Auch sie erhoffen sich weitere Anregungen für einen nachhaltigen naturwissenschaftlichen Unterricht.
Die Vertreterinnen der Lehreranwärterinnen bemängelten die Diskrepanz zwischen ihrer Ausbildung an den Pädagogischen Hochschulen und den Anforderungen im Unterrichtsalltag. Die klassischen naturwissenschaftlichen Fächer wie Physik, Chemie und Biologie, in welchen sie an den Hochschulen ausgebildet wurden, finden sich in den Schulen seit der Einführung des Bildungsplanes im Jahr 2004 nicht mehr. Seitdem wird in Fächerverbünden unterrichtet, und Lehrerinnen und Lehrer sind gefordert die Kompetenzentwicklung im naturwissenschaftlich-technischen Bereich entsprechend der Ziele des neuen Bildungsplanes zu gewährleisten. Die Lehreranwärterinnen erwarten, in ihrer Ausbildung am Seminar Kompetenzen zu erlangen, wie der Unterricht in Fächerverbünden geplant und durchgeführt wird.
Erste überzeugende Antworten und anregende Hinweise, sowohl zur Ausbildung der Lehreranwärterinnen am Seminar als auch zu sinnvollen Lernarrangements an Schulen gaben Manfred Kupper, Ausbilder für naturwissenschaftliche Didaktik am Seminar in Nürtingen, sowie Andrea Frantz-Pittner und Dr. Suzanne Kapelari aus Österreich.
Sprach Kupper die Bedeutung der Rahmenbedingungen und Ausstattung der Schulen mit Medien an, stellten Frantz-Pittner und Dr. Kapelari vor, wie es gelingt, dass Schüler naturwissenschaftliche Phänomene mit Freude selbständig bestaunen und erforschen. Durch neue Impulse Türen aufstoßen und so die Wertschätzung für naturwissenschaftlich-technischen Unterricht in der Grundschule zu steigern, war der gemeinsame Tenor der drei Ausbilder am Ende ihrer Ausführungen.
Diese Aussagen veranlassten Dr. Warich als Vertreter der Industrie und letzter Redner der Podiumsrunde, alle Teilnehmer darin zu bestärken, Wege zu gehen, um neugierige und forschende Kinder in ihren Aktivitäten zu bestärken und zu unterstützen.
Wie diese Wege in den kommenden drei Jahren aussehen können, kann auf der Homepage des Projektes unter http://www.ste-ps.eu verfolgt werden.
Veranstaltungsprogramm:
Begrüßung
(Hr. Direktor Henzler, Seminar Nürtingen)
Das Projekt STE-PS
(Hr. Wünsch, Projektleiter STE-PS)
Lifelong Learning Programme 2007-2013
(Fr. Neugebauer, Ministerium für Kultus, Jugend und Sport)
- Europäische Schulpartnerschaften
- Assistant Teacher Programme
Podiumsrunde
(Moderation Hr. Wünsch)
- Projektpartnerin (Schulbiologiezentrum Graz)
- Projektpartnerin (Uni Innsbruck Fachb. Botanik)
- Ausbilder nwtB (Ausbildungsteam STE-PS)
- Lehreranwärterinnen (Ausbildungsteam STE-PS)
- SchulleiterInnen (STE-PS Partnerschulen)
- MentorInnen (STE-PS Partnerschulen)
- Vertreter des Fördervereins
Offener Austausch
– Rahmenprogramm
Dieser Beitrag wurde am Friday, den 25. December 2009 veröffentlicht und unter der Kategorie STE-PS Infos, STE-PS Presseberichte abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
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