Forum STE-PS – Die Kinder für Natur und Technik interessieren

Veroeffentlicht December 25, 2009 | by Michael Wuensch
Kategorie STE-PS Forum, STE-PS Presseberichte | Kommentieren

06.09.2008 Nürtinger Zeitung

Das Nürtinger Seminar will Grundschullehrer und Lehreranwärter unterstützen und weiterbilden – Drei Vorträge stehen an

NÜRTINGEN. Unsere Welt wird immer komplizierter. Naturwissenschaften und Technik werden immer bedeutender. Und dennoch: Seit Jahren distanzieren sich viele von naturwissenschaftlichen und technischen Fragestellungen. Schon Kinder, die eigentlich von Natur aus mit dem Entdeckerdrang und großer Neugierde ausgestattet sind, ziehen sich zurück. Dem will das staatliche Lehrerseminar Nürtingen entgegenwirken, indem das Lehrpersonal in Ausbildung und Beruf unterstützt wird. Drei Vorträge sollen nun dazu beitragen.

“STE-PS” lautet das Zauberwort. Hinter der klingenden Abkürzung verbirgt sich Englisches: „Science Teacher Education – Principles and Standards“. Es geht also darum, Lehrpersonal dazu zu befähigen, die kindliche Begeisterung für Technik und Naturwissenschaft zu erhalten und zu fördern.

Das Projekt “STE-PS” bedient sich dabei verschiedener Methoden, wie Seminar-Direktor Siegfried Henzler erläutert. Das soll auf drei Wegen geschehen. Zum einen soll die Sach- und Fachkompetenz der Lehrer gefördert werden. Zum anderen sollen die Schulen bei der Sachausstattung unterstützt werden. Und letztlich sollen didaktische Strukturen erarbeitet werden. Betrachtet werden dabei nicht nur die Grundschulklassen, sondern auch die ersten beiden Klassen der weiterführenden Schulen. Henzler: „Der Übergang ist sehr wichtig.“ Lehreranwärter bringen sich mit ein, Mentoren werden ausgebildet.

Da ein fachlich wertvoller und für die Kinder interessanter Naturwissenschaft- und Technikunterricht in der Grundschule oft bereits an der Ausstattung scheitert, suchte man im Rahmen des Projekts hier schon nach Lösungen. Eine von diesen Lösungen ist der rollende Laborwagen, den Lehreranwärter entwickelten.
Ausgestattet ist der mit vielen Utensilien. Mit zehn Experimentiersätzen für Schülergruppen von zwei bis drei Schülern zum Beispiel. Hinzu kommen zehn Experimentiertabletts zur Elektrotechnik, zu anderen Naturwissenschaften. Da gibt es Stative, Reagenzgläser, verschiedenste Werkzeuge. Es gibt Mikroskope, Messbecher, Gefäße. Der Wagen bietet noch Platz für weitere Gerätetabletts zu Themen, die noch in Entwicklung sind. Professionelle Ausrüstung, die kleine Forscher ernst nimmt. Am Seminar wurde der Prototyp entwickelt, jetzt hofft Henzler auf eine Firma, die den rollenden Physiklehrraum in Serie produziert.

Eine weitere Ausstattungslösung ist eine Notebook-Insel mit mehreren transportablen Computern, mit Kameras und Drucker. Damit können die wissensdurstigen Schüler ihre eigenen Experimente dokumentieren.

Ein weiterer Baustein des Projekts ist das Forum „Ste-ps“. Im Rahmen des Forums hat man schon Firmen wie Metabo, Heller, AMK oder auch Sauter besucht. Den Firmen ist es wichtig, dass die Kinder – die Auszubildenden von morgen – nicht den Draht zu Technik und Naturwissenschaft verlieren. Diese Firmen unterstützen das Forum auch in diesem Herbst. Drei Vorträge wird es für Lehrer und Lehreranwärter geben. „Wir arbeiten wissenschaftsorientiert“, sagt Siegfried Henzler. Gebe es Fragen, hole man sich Wissenschaftler ins Haus.

Am Montag, 15. September, wird die Professorin Dr. Rita Wodzinski von der Universität Kassel im Seminar die Frage beantworten, was Lehrer können müssen, um naturwissenschaftlich und technisch unterrichten zu können. Am Dienstag, 30. September, wird Dr. Mirjam Steffensky von der Universität Lüneburg unter dem Titel „Mehr als Brausepulverraketen bauen?“ den Stand der Didaktik skizzieren. Und schließlich wird sich am Dienstag, 7. Oktober, Dr. Cornelia Sommer aus Kiel mit der Frage befassen, was den Kindern vermittelt werden soll.

Zu den jeweils von 14 bis 18 Uhr dauernden Veranstaltungen gehören Diskussionen und Gespräche. Alle 200 Ausbildungsschulen des Seminares sind eingeladen worden.

Die Ergebnisse des diesjährigen Forums sollen direkt in die „Ste-ps“-Arbeit einfließen. Schließlich will man die Lehrer nicht mit Appellen zu Weiterbildung und mehr Engagement überziehen. Henzler will helfen, praktische Lösungen anzubieten. Denn der Direktor weiß, dass die Lehrer ohnehin schon ein weites Feld von Fachbereichen abdecken müssen. Mit der Bildung von Teams käme man weiter, meint er.

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